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Roller Derby – When The Night Comes
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Roller Derby – When The Night Comes

Das Duo um Philine Meyer und Manuel Romero Soria hat sich für ihr Debütalbum „When The Night Comes“ eine vierjährige Erschaffenszeit genommen, um die Präzision ihrer Introvertiertheit auszukosten. Zeitgleich um sich einzufinden. Deswegen schuf Roller Derby aus Hamburg auch ein bedachtes Dream-Pop Album, welches in sich verdichtet ist. Denn dort, wo die Zeitlosigkeit die liebgewonnenen Songs genießt, schwelgt das Album im Herzen der Ewigkeit.

In „When The Night Comes“ strukturierten sie ihr Chaos im Kopf, entwirrten das Gedankenknäuel und webten ein Werk aus Erkenntnissen, wodurch die Klarheit kein Erbarmen zeigt. Es bestärkt darin, die Kraft im Miteinander zu finden. Ebenso verdeutlicht das Album, sich von dem zu trennen, was nicht mehr zu retten ist. Denn wenn die Nacht hereinbricht, glänzt die Gefühlswelt in seiner wahrhaftigen Realitätspracht. Das Gedankenkarussell dreht sich ununterbrochen.

Der Opener „Dreams“ besticht in seinem emotionalem Dream-Pop Wesen, welches eine intensive Beziehung reflektiert. Ebenfalls setzt sich „Last Night“ mit einer Beziehung auseinander, die einseitig am Verwelken ist. Mit dem blühenden Endeffekt, dass das Chaos eliminiert wird. In „Silver Jet“ werden persönliche Herausforderungen durchgestanden, sodass im vertraulichen Miteinander das Alleinsein angefochten wird, um die Kraft darin zu erlangen, sich von alten Gewohnheiten zu trennen. Eine unbeschwerte Zeit ruft „Emily’s Dance“ auf, die durch die Kraft der Träume gelenkt wird. Vom Verlassenwerden und Sehnsucht handelt es „In Spring“. Während in „Never Wanted More“ hilflose Liebesbekenntnisse zweier Introvertierter nach extrovertiertem Trost lechzen, wo jedoch in „Goodybye“ der Abschied naht, der ins Unbekannte führt.

In „Ready To Forget“ wäre es durchaus ratsam, sich das clevere Video zu verinnerlichen, um die kurze Bruchstelle inmitten des Songs zu verstehen: „Never play this Song again!“ Denn, sobald ein Song im Radio gespielt wird, werden Erinnerungen wachgerufen. Damit stellt sich die Frage der Zeit nach dem weiteren Weg.

Roller Derby wühlten in „When The Night Comes“ ihren Staub auf, der wie Gedankenglitzer auf das Kopfkino zu schwebt, um dort einen Platz zu finden, der nicht herrlicher sein kann. Im erkenntnisreichen Album spüren die eigenen Gefühlstrukturen die Fehlerquellen auf. Zum einem nach dem Halt des Lebens suchend, zum anderen auch den Mut zu haben Gewohnheiten zu lösen, sich aus der emotionalen Gefangenschaft zu befreien. Wenn das seufzende Herz schwer auf dem Tisch vor sich hin pocht, welches von vier Augenpaaren angeschaut wird, haben Roller Derby den Soundtrack dazu.

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Meine im Shop gekaufte Vinyl: Limited 140g red transparent vinyl, gatefold